Tag 5: Suhl

Tag 5: Suhl

Im Bild links unten geht es übrigens bergab in 20cm hohem Schnee.

Ein schlimmer Tag neigt sich dem Ende. Ich bin nicht besonders weit gekommen, aber das ist nicht das Schlimme. Schlimm waren die Berge des Thüringer Waldes, der Weg darüber war aufwärts vereist und abwärts voller Schnee. Meine Füße waren also nicht nur durch das Laufen über den Berg belastet sondern auch noch nass und kalt. Bei einem Teilabschnitt war ich dann auch noch so dumm und habe mich trotzdem aufs Fahrrad geschwungen. Nach kurzer Zeit flog ich dann vom Fahrrad, weil es auf dem Glatteis keinen Halt mehr fand. Habe aber nur ein paar rote Stellen am Ellenbogen davon getragen. Außerdem hätte ich gerne ein Video von diesem Sturz. Ich schlitterte nämlich noch etliche Meter mit dem Fahrrad zusammen weiter, bevor ich mich wieder aufrichten konnte.

Nachdem ich endlich die andere Seite des Berges erreicht hatte und wieder Asphalt unter den Rädern hatte, ging es überwiegend bergab. Auch nicht leicht zu fahren, man muss ständig bremsen. Kurz vor Suhl passierte dann noch das Traurigste des Tages. Ich verlor meinen Hoodie. Eine schwarze Jacke weniger, die mich wärmen könnte. Mist.

Nachdem ich weniger Kilometer zurück bin, um den Hoodie noch zu finden (leider ohne Erfolg), merkte ich die nassen Füße. Sie froren genauso wie meine Hände, die mit zwei Paar Handschuhen verpackt waren. Dieser Umstand und die Zeit zwangen mich in Suhl eine Unterkunft zu finden. Das hat zum Glück geklappt.

Das Vorhaben, die verloren Kilometer von gestern wieder einzuholen und das Gebirge zu bezwingen, hat also nur halb geklappt.

 

Tag 4: Arnstadt

Tag 4: Arnstadt

Nach dem Frühstück in Buttelstedt befreite ich mein Fahrrad von dem Schlamm des Vortages, leider ging das nicht besonders gut. Daher waren meine Hose und die Fahrradtasche am Ende des Tages voll mit Spritzern. Der Weg war diesmal von Anfang an schwierig und hat mir keinen leichten Einstieg wie die Male zuvor gewährt. Zudem nieselte es nahezu dauerhaft und ich kühlte immer weiter aus.

Und dann wurde ich von einem Bach gestoppt, der über den Radweg verlief. Er war jedoch erheblich zu tief um durchzufahren. Nachdem ich die Seiten nach einer dünneren Stelle absuchte und keine fand, habe ich den einzigst möglichen Weg gewählt, eine Eisenbahnbrücke, dafür musste ich zunächst den Hügel besteigen, dann die Schienen überqueren und wieder den Hügel auf der anderen Seite absteigen. Mit vollbepacktem Fahrrad. Das hat meine letzten Kraftreseveren aufgebraucht. Dennoch bin ich noch einige Kilometer weiter gekommen, habe in Arnstadt jedoch die Reißleine gezogen, da ich trotz meiner Jacke anfing zu zittern.

Mein Ziel ist es, morgen die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Hoffentlich gelingt das.

Tag 3: Buttelstedt

Nach zwei Tagen Pause in Leipzig habe ich mich wieder auf den Weg gemacht, also ist Tag 3 eigentlich der Fünfte. Aber Ich zähle hier einfach nur die Tage, an denen ich auch fahre. Dennoch zählen die Tage in Leipzig, es war eine großartige Zeit. Ausgeruht ging es also weiter nach Buttelstedt, ein sehr kleines Städtchen in Thüringen. Die ersten Kilometer waren auch sehr angenehm zu fahren, dann kamen mehr und mehr Steigungen hinzu, die aber mit schnellen Bergabs belohnt wurden.

Kurz vor dem Ziel wurde ich dann jedoch durch einen sehr matschigen Weg aufgehalten. Er war zwar nur 3km lang, jedoch konnte ich nicht fahren, da ich in den Matsch versank. Und schiebend weiter zu kommen war ebenso nicht leicht. Der Matsch bremmste die Räder ab, indem er sich zwischen Rad und Schutzblech sammelte. Die Ankunft in der Pension verschob sich um Längen. Also rief ich bei der Pension an und der nette Besitzer holte mich dann am Ende der Matschpartie ab und fuhr mich die letzten 4km zur Pension. Der Supermarkt hatte mittlerweile zu und ich hatte Hunger, daher bin ich in die Pizzeria gegangen und habe mir eine Spinatpizza und drei große Spezi gegönnt.

Insgesamt eine schöne Erfahrung, die ich mit Buttelstedt in Verbindung bringe.

Tag 2: Leipzig

Nachdem ich sehr gut gefrühstückt hatte packte ich meine Sachen zusammen und machte mein Fahrrad wieder startklar. Mein Hintern schmerzte besonders, aber ich nahm mir vor, dass die Tour nach Leipzig nur noch 75km sind und das zu schaffen sei. Also schwang ich mich aufs Rad und fuhr los. Die ersten 10km gingen noch, dann fingen die Kräfte aber schon an nachzulassen. Ich beschloss alle 25km eine Pause zu machen, damit ich wieder Kräfte sammeln konnte und etwas Luft an meinen Po kommt. Diesmal ging es auch durch einen Wald und damit auf einen sandigen Untergrund. Furchtbar zu fahren. Meine Pausen taten gut und der Endspurt war geprägt von leicht zu fahrenden geraden Strecken, die nicht im Horizont endeten und damit endlos wirkten wie am Anfang. Und als ich dann endlich das Ortsschild von Leipzig sah, haben mich starke Glücksgefühle gestärkt. In Leipzig selbst musste ich dann auch noch 17km fahren, jedoch mit vielen Neigungen und einer Menge zu sehen. Ich habe es dann schließlich geschafft. Übernachten kann ich bei meiner Freundin Mandy, da mir die Oberschenkel stark schmerzen werde ich hier eine längere Pause einlegen, bevor es weiter geht.

Ganze 175km sind hinter mir, bleiben noch 425km. Die Berge kommen noch, vor denen fürchte ich mich ein wenig. Aber jetzt werde ich mich erstmal ausruhen.

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Tag 1: Wittenberg

Heute früh ging es los. Habe noch ausgiebig Früstück mit meiner Mutter gegessen und bin danach gleich auf das Rad. Habe mein Handy als Navigation genutzt um den kürzesten Weg zu fahren. Die ersten 50km fielen mir noch sehr leicht. Ein paar leichte Steigungen waren zu verkraften, schließlich ging es ja auch wieder bergab. Danach wurde die Strecke jedoch mehr und mehr zur Qual. Eine sehr lange gerade Strecke verlangte alles an Motivation ab. Meine Oberschenkel fingen zu brennen an, meine Arme taten weh und manchmal zitterten die Hände. Aber der Hintern beschwerte sich am stärksten. Mit einem provisorischem Sitzkissen versuchte ich ihn zu beruhigen. Vergebens. Bei 80km Strecke gab ich innerlich auf und wollte nur noch in eine Pension und duschen. Zum Glück waren alle voll oder wollten mich nicht nur für eine Nacht. Daher habe ich mit eisernem Willen die letzten 20km auch noch hinter mich gebracht und habe meine erste Etappe erreicht: Wittenberg. Untergekommen bin ich in der Jugendherberge, sehr schick, günstig und eine sehr freundliche Dame an der Rezeption. Ich bin begeistert. 

 
Als Fazit kann ich sagen, dass ich schon jetzt 100km hinter mich gebracht habe, meinem Hintern zuliebe jedoch etwas kürzer treten muss. Wittenberg ist eine schöne Stadt, hier sollte ich nochmal herkommen.

Morgen nach dem Frühstück geht es jedenfalls weiter. Drückt mir die Daumen, dass ich es bis zum nächsten Ziel schaffe. Und nun gehe ich schlafen. 

Start der Radtour

Start der Radtour

Nun geht es also endlich los. Meine Fahrradtour startet. Ich werde ca. 600 km von Berlin nach Heilbronn mit dem Rad fahren. Für mich ist das eine große Aufgabe, die ich bewältigen will und hoffentlich auch werde.

Das Fahrrad war nochmal in der Werkstatt und schafft den Weg hoffentlich mit mir zusammen. Das Ziel ist noch weit, aber rückt nun jeden Tag näher.